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Gesundes über die Zwetschgen oder Pflaumen



So einem Stück frischen Zwetschgenkuchen kann wohl niemand widerstehen. Doch dass das Steinobst nicht nur lecker schmeckt, sondern auch sehr gesund ist, ist weniger bekannt. So enthalten Zwetschgen (insgesamt über 2.000 Sorten!) zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe.
Bei welchen gesundheitlichen Beschwerden Pflaumen, Zwetschgen und Co. helfen können:

Verdauungsprobleme: Schon unsere Großmütter schwörten auf eingeweichte Trockenzwetschgen gegen Verstopfung. Kein Wunder: Sie enthalten jede Menge wasserlösliche Ballaststoffe, die im Darm aufquellen und so die Verdauung auf natürliche Weise fördern. Tipp: Abends vor dem Zubettgehen 5 Trockenzwetschgen in Wasser einweichen und nach dem Aufstehen mitsamt Einweichwasser verzehren (z.B. in einem Müsli) – auch bei Hämorrhoiden und Divertikulose einen Versuch wert. Alternative für Kinder: Zwetschgensaft trinken lassen.

Nervosität und Stress: Zwetschgen enthalten neben Provitamin A, Vitamin C und E fast alle B-Vitamine. Letztere sind wichtig für einen gesunden Stoffwechsel und ein intaktes Nervensystem. Auch die Spurenelemente Zink und Kupfer helfen bei nervöser Unruhe.
Tipp: Bei Nervosität oder Stress ein paar Zwetschgen essen. Praktisch fürs Büro sind Trockenzwetschgen. Durch den hohen Fruchtzuckeranteil (bis zu 25 Prozent) liefern sie zudem rasch Energie. Sie enthalten jedoch mehr Kalorien (ca. 225kcal/100g).

Knochenschwund: Getrocknete Zwetschgen enthalten wertvolle Polyphenole (sekundären Pflanzenstoffe), ein günstiges Kalzium-/Phosphor-Verhältnis, Vitamin K und Bor – wichtig für einen gesunden Knochenstoffwechsel. Wie Studien zeigen, können Trockenzwetschgen möglicherweise einer Osteoporose vorbeugen helfen. Ob dies auch bei Frauen nach den Wechseljahren gilt, untersuchen derzeit US-Forscher von der Florida State University.

Gefäß- und Krebsschutz: Aufgrund ihres hohen Gehalts an Polyphenolen und Antioxidantien gelten Zwetschgen als natürliches Mittel zum Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Trockenzwetschgen stehen in den USA auf der Liste der Lebensmittel, die man regelmäßig zur Krebsvorbeugung essen sollte.

Aber schon vor geraumer Zeit wussten die Botaniker und Gelehrten um die gesundheitsfördernde Wirkung der Zwetschge.

Hieronymus Bock (1498 bis 1554)

empfahl Trockenpflaumen in Weisswein gekocht gegen Magenbeschwerden.
Zwetschgenbaumharz in Wein aufgelöst wurde gegen Nieren und Blasenleiden verabreicht.





Und Hildegard von Bingen empfahl einen Zwetschgenrindenextrakt gegen Würmer und gegen trockenen Husten ein Sud mit in Wein eingelegten geknackten Zwetschgenkerne.


Tipp: Damit rohe Zwetschgen keine Blähungen oder Durchfall verursachen, mit dem Verzehr nicht übertreiben (150 g am Tag genügen) und das Obst stets gründlich kauen (wichtig wegen der harten Zwetschgenhäute).

Einkauf, Verbrauch und Lagerung: Alle Zwetschgenarten sollten eine glänzend frische Farbe, einen angenehmen Duft und keine Druckstellen aufweisen.


Ein weißlicher Film bei Zwetschgen zeigt an, dass diese frisch vom Baum kommen bzw. schonend behandelt wurden. Die fruchteigene Wachsschicht lässt sich leicht abwaschen. Im Kühlschrank sind Zwetschgen 4 bis 7 Tage haltbar.






Kleine Früchte mit großer Wirkung

Seit langer Zeit kennt man die verdauungsfördernde Wirkung dieses Obstes. Inzwischen kennt man die hauptsächlich dafür verantwortlichen Inhaltsstoffe: Nahrungsfasern wie Zellulose und Pektin sowie Sorbit.
Nahrungsfasern sind unverdauliche pflanzliche Bestandteile mit verdauungsfördernder Wirkung. Zellulose ist eine so genannte "unlösliche Nahrungsfaser", die im Magendarmtrakt aufquillt und die Darmtätigkeit anregt. Pektin gehört zu den "löslichen Nahrungsfasern".
Dessen Wirkung entfaltet sich im letzten Abschnitt des Verdauungstraktes, im Dickdarm. Dort wird es von den dort ansässigen Bakterien vergärt. Der ebenfalls verdauungsfördernde Wirkstoff Sorbit ist keine Nahrungsfaser, sondern ein Zuckeralkohol, der in vielen Früchten natürlicherweise vorkommt.

Wer daher unter Verstopfung oder einer trägen Verdauung leidet, dem können Pflaumen helfen. Besonders wirksam sind dabei die gedörrten Pflaumen, deren Inhaltsstoffe in konzentrierter Form vorliegen. Ein bewährtes Hausmittel empfiehlt, gedörrte Pflaumen abends in ein Glas Wasser einzulegen und diese am nächsten Morgen samt dem Wasser einzunehmen. Dies regt die Verdauungstätigkeit auf eine sanfte Art und Weise an.


Zwetschgen oder doch Pflaumen ?

Vom botanischen Standpunkt her gibt es keinen Unterschied zwischen Zwetschgen und Pflaumen. Es gehören beide zu den Prunus domestica. In der Schweiz werden die beiden aber auf Grund ihrer Merkmale unterschieden:
Pflaumen sind meistens rundlich, eher weich, nicht steinlöslich und zerfallen beim Kochen zu Pflaumenmuss.
Zwetschgen sind meistens eiförmig, eher fest, steinlöslich und sind kochfest, also geeignet für Zwetschgenwähe.
Natürlich gibt es verschiedene Übergangsvarianten die dann nicht mehr so einfach zuzuordnen sind.



Nährstoff- und Energiegehalt der Zwetschge (pro 100 gr Frischgewicht)


Energie 49 kcal (205 kJ)   Phosphor 18 mg
Eiweiss 0.6 gr   Magnesium 10 mg
Fett 0.2 gr   Eisen 0.4 mg
mehrfach ungesättigte Fette 0.1 gr   Vitamin A 13 ug
Kohlenhydrate 10.2 gr   Vitamin E 0.8 mg
Ballaststoffe  1.6 gr   Vitamin B1 0.07 mg
Wasser 83.2 gr   Vitamin B2 0.04 mg
Cholesterin  0 mg   Vitamin B3 0.4 mg
Natrium 2 mg   Vitamin B6 0.05 mg
Kalium 177 mg      
Kalzium 8 mg   Vitamin C 6 mg